TIPS & NEWS · ALIENTECH · ECU-PROGRAMMIERUNG
KESS3 Unlock Module: Bosch MD1/MG1 in der Werkstatt entsperren
Erst BOOT-Unlock, danach neue Möglichkeiten mit KESS3: Das Alientech Unlock Module Complete Kit KESS3UM000 erweitert den Zugriff auf ausgewählte geschützte Bosch-Motorsteuergeräte. Wir zeigen, wie das Zubehör eingesetzt wird, welche ECUs Alientech freigegeben hat und warum BENCH nach dem ersten Unlock den Werkstattalltag erleichtert.
Der Versand beginnt am 15. Oktober 2026.
Die technische Ausgangslage
Warum brauchen geschützte MD1/MG1-ECUs einen ersten Unlock?
Viele aktuelle Bosch-Motorsteuergeräte der Familien MD1 und MG1 sind gegen einen direkten Programmiereingriff geschützt. Bei den von Alientech freigegebenen „Locked“-Varianten führt der Weg zu den Speicherinhalten über eine einmalige Entsperrung im BOOT-Modus.
Genau dafür wurde das KESS3 Unlock Module entwickelt. In Verbindung mit KESS3 und dem passenden Protokoll ermöglicht es den ersten BOOT-Zugriff direkt in der Werkstatt. Nach diesem Schritt sind die vom Protokoll unterstützten Lese-, Schreib- und Backup-Vorgänge möglich.
Der praktische Unterschied: Die Erstfreischaltung verlangt den BOOT-Anschluss am geöffneten Steuergerät. Für spätere Arbeiten steht bei den freigegebenen ECUs ein BENCH-Zugang über den äußeren ECU-Stecker bereit.
Der Ablauf in zwei Etappen
Erst BOOT-Unlock – danach BENCH über den ECU-Stecker
Alientech hat den Workflow in zwei aufeinanderfolgenden Protokoll-Updates erweitert. Upgrade 3.50 brachte den BOOT-Unlock mit dem speziellen Zubehör. Upgrade 3.51 ergänzte BENCH-Protokolle für die Folgearbeiten nach dem Unlock.
1 · ECU identifizieren
Fahrzeug, exakten Bosch-ECU-Typ und Hardwarestand ermitteln. In der Alientech Suite das für diese Steuergerätevariante freigegebene Protokoll auswählen.
2 · BOOT-Anschluss aufbauen
ECU fachgerecht öffnen und KESS3, Unlock Module, Adapter sowie Leitungen gemäß der Anschlussanleitung des gewählten Protokolls verbinden.
3 · Unlock durchführen
Das geführte BOOT-Unlock-Verfahren mit KESS3 ausführen. Dabei wird der für diesen Workflow erforderliche Patch angewendet. Anschließend stehen die freigegebenen BOOT-Funktionen bereit.
4 · Folgearbeiten im BENCH-Modus
Nach dem ersten Unlock können unterstützte Steuergeräte über den äußeren ECU-Stecker ausgelesen und beschrieben werden, ohne das Gehäuse erneut zu öffnen.
| Arbeitsschritt | Anschluss | Was wird damit möglich? |
|---|---|---|
| Erster Unlock | BOOT am geöffneten Steuergerät mit Unlock Module | Entsperrung und Zugriff auf die freigegebenen BOOT-Funktionen. |
| Arbeit nach dem Unlock | BOOT oder bei passendem Protokoll BENCH über ECU-Stecker | Lesen, Schreiben und Backup gemäß den Funktionen der ausgewählten ECU. |
Konkrete ECU-Freigaben
Welche Bosch MD1/MG1 nennt Alientech?
Die veröffentlichten BOOT-Unlock- und späteren BENCH-Protokolle betreffen diese zehn Steuergerätevarianten:
MD1 · Diesel
MD1CS003 · MD1CS069 · MD1CP007 · MD1CS012 · MD1CS004 (HW80) · MD1CP006 · MD1CS005
MG1 · Benzin
MG1CS042 · MG1CS031 · MG1CS002
Die ECU-Familien kommen in einer breiten Auswahl von Pkw und Nutzfahrzeugen unterschiedlicher Marken vor. Für die Auswahl zählt der tatsächlich verbaute ECU-Typ samt Hardwareversion; bei MD1CS004 nennt Alientech ausdrücklich HW80. Die aktuelle Fahrzeug- und Protokollliste finden Sie in der Alientech Suite.
Original-Zubehör von Alientech
Was enthält das Complete Kit KESS3UM000?
14AS00T11S
Hardwaremodul als zentrale Schnittstelle für den beschriebenen BOOT-Unlock.
144300T119
26-poliges Flachbandkabel für den vorgesehenen Anschlussaufbau.
14AS00T12S
Adapter beziehungsweise Anschlussplatine für die protokollspezifische Kontaktierung.
Hinzu kommen Brücken, Anschlussleitungen für das VFL3-Signal beziehungsweise den Adapter, Ferrite und Ersatz-Lötdraht. Die genaue Verbindung und Pinbelegung zeigt das jeweilige Protokoll in der Alientech Suite.
Für professionelle Anwender
Was bringt das Modul im Werkstattalltag?
Mehr Arbeiten im eigenen Betrieb
Die erste Entsperrung unterstützter „Locked“-ECUs kann mit KESS3 und dem Zubehör vor Ort erfolgen. Der Ablauf bleibt in Ihrem Werkstattprozess.
Gesicherte Ausgangsbasis
Der nach dem Unlock mögliche vollständige Backup-Zugriff unterstützt einen dokumentierten Umgang mit den ECU-Inhalten vor weiteren Arbeiten.
Weniger Aufwand bei Folgeaufträgen
BENCH-Protokolle ermöglichen den erneuten Zugang bei unterstützten Steuergeräten über deren Stecker, ohne wieder an die geöffnete Platine zu müssen.
Das Kit richtet sich an KESS3-Anwender in Werkstätten, Tuning-Betrieben und ECU-Spezialbetrieben, die professionell mit BOOT-Anschlüssen arbeiten. Für die beschriebenen Protokolle nennt Alientech ein KESS3 mit aktivierter AUTO/CAR BENCH/BOOT-Funktion und aktivem Abonnement. Das Complete Kit ist das Zubehör zum KESS3; das Programmiergerät selbst ist separat.
Kurz erklärt
Häufige Fragen zum KESS3 Unlock Module
Ist nach dem ersten Unlock weiterhin das Öffnen der ECU erforderlich?
Für die Erstfreischaltung wird der BOOT-Anschluss am geöffneten Steuergerät verwendet. Nach erfolgreichem Unlock ermöglichen die passenden BENCH-Protokolle Folgearbeiten über den ECU-Stecker.
Welche Arbeiten sind nach dem Unlock möglich?
Alientech nennt für die freigegebenen BOOT-Protokolle Lesen, Schreiben und ein vollständiges Backup. Mit Upgrade 3.51 kommen für die genannten ECUs BENCH-Protokolle für Folgearbeiten hinzu.
Was brauche ich zusätzlich zum Complete Kit?
Ein KESS3 mit AUTO/CAR BENCH/BOOT-Aktivierung, aktivem Abonnement und dem für die konkrete ECU freigegebenen Protokoll.
Wie finde ich heraus, ob meine ECU unterstützt wird?
Vergleichen Sie ECU-Bezeichnung und Hardwarestand mit der aktuellen Fahrzeug- und Protokollauswahl der Alientech Suite. Für MD1CS004 ist insbesondere die Hardwareversion HW80 maßgeblich.
Alientech KESS3UM000 bei DPF-Kontrolle
Den BOOT-Unlock in Ihren KESS3-Workflow aufnehmen
Mit dem Original Complete Kit schaffen Sie den Hardwarezugang für die erste Freischaltung ausgewählter Bosch MD1/MG1-Steuergeräte – und die Grundlage für die freigegebenen Folgearbeiten mit KESS3.
Versandstart: 15. Oktober 2026.